Die Tuningbox beim modernen Dieselmotor: Worin unterscheiden sich die verschiedenen Preisklassen?

In den letzten Jahren ist die Verwendung von Tuningboxen zur Leistungssteigerung bei Dieselfahrzeugen zunehmend populär geworden. Die Angebote im Netz klingen attraktiv und locken mit Leistungssteigerungen von über 30% - und das zum Teil für weniger als 200 Euro. Die vielfach als sehr einfache angepriesene Montage der Tuningbox, die auch ein technischer Laie mit wenigen Handgriffen bewerkstelligen soll, klingt vielversprechend.
Aber: Die Spreu trennt sich auch hier recht schnell vom Weizen, wie man so schön sagt.

Dipl. Ing. (FH) Helmut Koch, Inhaber von Koch Fahrzeugtechnik, erklärt die technischen Unterschiede der drei Preisklassen für Tuningboxen:

Die Einsteigerklasse

  • Sie ist bereits ab unter 100 Euro zu haben und ist technisch betrachtet nicht viel mehr als ein Widerstand der in die Signalleitung des Kraftstoffdrucks.
  • Das von Kraftstoffdrucksensor gemessene Signal wird linear um einen gewissen Faktor gedämpft und so der tatsächlich wirkende Kraftstoffdruck erhöht.
  • Mit ansteigendem Kraftstoffdruck steigen die Diesel-Einspritzmenge und analog dazu die Motorleistung.
  • Leider steigen neben der Leistung auch die Abgastemperatur sowie die Rußentwicklung, was bei Euro 5 und 6 - Fahrzeugen zu einer ernsten Gefahr für den Dieselpartikelfilter führen kann. Der Filter kann entweder verstopfen oder es brennt ein Loch in den Filter – in beiden Fällen sind hohe Reparaturkosten die Folge.
  • Häufig ist bei diesen „least cost“ Angeboten ein Drehmomentanstieg im unteren Drehzahlbereich festzustellen, wogegen ab 3000 1/min zum Teil sogar weniger Leistung als in der Serie anliegt, weil die Motorsteuerung „verzweifelt“ versucht, durch Verkürzung der Einspritzzeit die Rußbildung zu unterdrücken. Grund hierfür ist der im unteren Drehzahlbereich vorhandene Luftüberschuss, der es ermöglich, eine erhöhte Dieselmenge zu verbrennen. Ist dieser ab 3000 1/min aufgebraucht, wird die Rußentwicklung zu stark, sodass die Partikelfilterschutzmaßnahmen in der Motorsteuerung aktiviert werden.

Die Mittelklasse

  • Tuningboxen der Mittelklasse arbeiten nicht nur mit der Anhebung des Kraftstoffdruckes, sondern zusätzlich auch mit der Anhebung des Ladedruckes und dadurch der Luftmasse.
  • Im Gegensatz zur Einsteigerklasse kann damit dem Problem des Luftmangels im oberen Drehzahlbereich und der damit verbundenen Rußentwicklung entgegengewirkt werden.
  • Damit kann die Tuningbox auch in modernen Fahrzeugen mit Euro 5 und Euro 6 - Abgasnorm eingesetzt werden. Problematisch ist bei der Mittelklasse allerdings, dass keine Drehzahlinformation an der Box anliegt und so die Signale nicht präzise über der Drehzahl optimiert werden können.

 

 

Die Premiumklasse

  • Tuningboxen der Premiumklasse verfügen zur optimalen Anpassung der Lade- und Kraftstoffdrucksignale über einen Drehzahlabgriff, sodass eine Anpassung der Signale an die jeweilige Motordrehzahl möglich wird.
  • Damit ist es z.B. möglich, die Box ab Leerlaufdrehzahl bis ca. 1700 1/min inaktiv zu lassen (keine Signalveränderung) und erst dann, wenn der Ladedruck den entsprechenden Wert erreicht hat, die Kraftstoffmenge anzuheben. Genauso ist es möglich die Box ab einer Grenzdrehzahl zu deaktivieren, um eine zu hohe Belastung bei Volllastfahrt zu vermeiden.
  • Premium-Tuningboxen zeichnen sich durch wasserdichte Gehäuse und Steckverbindungen, wie sie im „Automotive Bereich“ vorgeschrieben sind, aus.
  • Diese Boxen können bei einem Fahrzeugwechsel entsprechend umprogrammiert werden, sodass nach Austausch des fahrzeugspezifischen Kabelbaums eine Weiterverwendung in einem anderen Fahrzeug möglich ist.

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